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Irland war früher mal ziemlich arm und sehr katholisch. Jetzt ist das Land nicht mehr so arm, und entsprechend nehmen sie’s auch mit der Religion nicht mehr ganz so genau. Es gab aber mal eine Zeit, da hing in fast jedem irischen Haus ein Bild vom Papst – und eins von JFK, dem „irischen“ Präsidenten. Die Besuche dieser beiden Männer haben Irland geprägt und mental vorbereitet auf das Wirtschaftswunder, das verantwortlich für den heutigen Wohlstand (und DAS) ist. Der Besuch des Papsts gab der Wirtschaftswundergeneration ihren Namen, da die „Pope’s Children“ in einer Zeit steigender Geburtenraten geboren wurde, die ihren Höhepunkt mit dem Papstbesuch 1979 erreichte.
Und wie dankt Irland seinem Papst den neu gefundenen (und vielleicht auch bald wieder verlorenen – danke, Wirtschaftskrise) Wohlstand? Read the rest of this entry »
Jede Menge Blumen, denn jeder Gast bringt einen riesigen Blumenstrauss mit, den das Brautpaar nach der Trauung mit einem flüchtigen Blick in Empfang nimmt und der dann während der Feier still vor sich hin welkt.

Flaschenweise Vodka natürlich – die passenden Stamperl stehen gleich beim Gedeck.


Hinter den Gläsern im Hintergrund ein flüchtiger Blick auf das einzig Gesunde, das diese Hochzeit zu bieten hatte.
Denn dann kam das Essen. Viel, viel Essen… Read the rest of this entry »
lecker! Ich nehm gleich die ganze Hand.

In Irland ist das so: Weibliche Hochzeitsgäste jenseits der 40 tragen Hut. Manche Hochzeitsgäste unter 40 lassen sich den Spaß auch nicht nehmen. Manchmal trägt auch die Braut einen Hut. Manche Hüte sind gar keine Hüte, sondern „fascinators“ = Faszinatoren (!!) und ich bin passenderweise fasziniert.
Seit der ausgiebigen Hut-Anprobe bei Debenhams in Irland will ich endlich mal eine Einladung zu einer Hochzeit, wo ich einen Hut tragen kann! Will sich nicht jemand erbarmen und auf seine Hochzeitseinladung „formal daytime attire required“ schreiben?
Wusstet Ihr, dass Pisa total schön ist? Nämlich wenn man sich auf dem Weg in die Stadt verfährt und aus versehen nicht auf dem großen Parkplatz mit Reisebussen vollgepackt mit Touristen aus aller Welt landet, sondern auf der anderen Seite der Stadt, von wo aus man sich erstmal durch die Altstadt zum Turm durchschlagen muss. Da kommt man dann unter anderem in das Studentenviertel. Und weil das Studentenleben sich nicht an geregelte Geschäftszeiten hält, gibt es dort den Allesautomaten:

In dem Allesautomaten gibt es alle Dinge, die man spät nachts oder früh morgens oder wochenends dringend brauchen könnte, wenn man italienischer Student ist und ein wildes Lotterleben führt. Die da wären:
Bier (klar), Wasser (für den Bierbrand), Apfelkompott (naja, okay), Sonnencreme (sehr vernünftig), Kondome (ditto) , Schwangerschaftstest (falls letztere versagen)… So einen hätte ich bitte gern auch in meiner Straße.


So sah es die letzten zwei Wochen aus, als ich in Irland war:

…und so sah es aus, als ich nach zwei Wochen wieder in München ankam: Read the rest of this entry »
Patrick Wolf schreibt Melodien, die ihre Eingängigkeit erst offenbaren, wenn sie hier, in einem brechend vollen, stickigen Club in Camden, von mehreren hundert unbekümmerten Fankids mitgeschmettert werden.
Auf der Bühne zeigt sich überhaupt erst, dass die augetüftelten Songs geschmettert werden können. Spätestens dieser Auftritt stellt klar, dass der Indie-Darling jetzt auch in Pop macht. Das fängt schon beim schnödesten Werkzeug der Bühnenshow an: ein Headset hält ein kleines schwarzes Mikro in Richtung Mundwinkel, auf dass der Künstler seine Hände frei habe für den vollen Körpereinsatz, den eine gute Popshow verlangt. Denn Patrick Wolf wird die geballten Fäuste in die schwüle Luft stoßen, sich das Hemd vom Leib und die Perücke vom Kopf reissen, sich auf die Knie werfen und auch sonst mehr Ausdruckstanz als Affektiertheit darbieten. Da würde ein Mikro in der Hand nur stören.
Sobald die Leder-Feder-Pailletten-und-Perücken-geschmückte Popdiva die Bühne betritt, ist dann auch keine Geste zu groß, keine Intonation zu pathetisch, keine Choreographie zu gekünstelt. Die Show ist groß. Die Bühne ist klein. Das Publikum reagiert zuerst verhalten. Read the rest of this entry »
Bei meinem letzten Zürich-Besuch stellte ich verzückt fest, dass der legendäre dadaistische Sündenpfuhl Cabaret Voltaire wieder eröffnet wurde.
- stellte fest, weil diese Tatsache mir unbekannt war, bis ich direkt davor stand
- verzückt, weil Dada eines meiner Magisterprüfungsthemen war und auch sonst Spaß macht (von hinten wie von vorne)
- legendär weil… HATTEST DU KEINEN DEUTSCH-GRUNDKURS? (ich auch nicht, war natürlich im LK)
- Sündenpfuhl, weil ich mir das halt so vorstell, so dekadent und avantgardistisch und wild
- wieder eröffnet, weil das Cabaret Voltaire genau da schon mal war und jetzt wieder da ist






